Wenn die Kraft nicht reicht, leidet die Technik
Es betrifft alle
Immer wieder kann man feststellen, dass sich Bogenschützen abmühen, ihren Bogen nicht nur zu ziehen, sondern auch richtig zu ziehen. Unter richtig ziehen versteht man, dass sauber aus der Rückenspannung geschossen werden sollte.
Anfänger und Einsteiger
Kauft sich ein Neuling einen Bogen, fehlt häufig das nötige Know-how dazu. Oft wird ein Bogen von einem Bekannten oder auch aus dem Internet gekauft. Lernt man sich noch dazu das Schießen selbst – weil es ja so einfach aussieht – dann stellt sich oft heraus, dass der Bogen wirklich zu stark ist. Man hat ihn schon mal angeschafft, deshalb schießt man weiter und „lernt„ dabei auch noch die Fehler ziemlich gut.
Fortgeschrittene
Hier kann man Ähnliches feststellen. Das aber nicht sofort, sondern erst, wenn diese Schützen eine Zeitlang geschossen haben. Dann wird plötzlich der Auszug kürzer, die Bogenschulter wird nach oben gezogen und das Lösen haut auch nicht mehr hin. Man sieht förmlich, wie sie sich abmühen.
Experten
Leute, die gut schießen, haben natürlich auch damit zu kämpfen. Sie beherrschen zwar ihren Bogen auch bezüglich des Zuggewichts, aber es gibt immer wieder Situationen, wo es plötzlich nicht mehr so hinhaut, wie man will. Das passiert, wenn man zum Beispiel ein Turnier schießt, das sehr lang dauert oder wenn man sehr lange übt. Da wird der Auszug kürzer und die Schüsse treffen zu tief, wo man normalerweise keine Probleme hat. Und dann wird der Streukreis größer. Da hat man plötzlich auf 30 Meter eine Links-Rechts-Abweichung, die unverständlich ist. Sollte das eintreten, ist es besser aufzuhören, denn es wird nicht mehr besser. Muss man dennoch weiter schießen, wie bei einem Turnier, hilft nur mehr, sich voll auf die Schusstechnik zu konzentrieren.
Der Grund für die Vergrößerung des Streukreises liegt darin, dass die Muskelgruppen, die man für die feinmotorischen Abläufe beim Bogenschießen braucht, nicht mehr in der Lage sind das zu leisten.
Anzeichen für einen zu starken Bogen
Was sind nun die Anzeichen, dass der Bogen zu stark ist? Und wie kann man das selbst erkennen?
Zu kurzer Auszug
Ist der Auszug zu kurz, hat der Pfeil weniger Geschwindigkeit und die Pfeile gehen zu kurz. Zieht man nun das eine Mal wieder richtig, das andere Mal zu wenig, weiß man nicht mehr, ob es ein Schuss- oder ein Zielfehler war. Ein Schussfehler würde dann vorliegen, wenn ich zu wenig gezogen habe. Ein Zielfehler ist, wenn der Abschusswinkel nicht gepasst hat. Wer das nicht erkennt, kann natürlich keine Korrekturen beim nächsten Schuss machen.
Hohe Bogenschulter
Ein untrügliches Zeichen für einen zu starken Bogen ist eine zu hohe Bogenschulter. Da man den Bogen nicht mehr ganz nach hinten ziehen kann, hilft man sich damit. Und damit ist nicht viel gewonnen. Zum einen wird dadurch der Auszug auch kürzer und eine saubere Technik kann man damit auch nicht haben.
Schlechtes Lösen
Wer plötzlich die Hand beim Lösen nicht mehr am Gesicht halten kann, weiß, dass nun die Kraft fehlt. Unterbewusste Vorgänge sind nun nicht mehr so leicht möglich. Der Körper kann das,, was das Unterbewusstsein will, nicht mehr leisten.
Wie kann man Abhilfe schaffen?
Um mit diesen Problemen umgehen zu können sollte man einiges beachten. Einerseits sollte man wissen, wie stark der eigene Bogen sein sollte. Eine Faustregel könnte lauten: Man muss seinen Bogen ohne Probleme – das heißt mit einer sauberen Schusstechnik – am Tag 150-mal ziehen können. Dabei ist es egal, ob man das innerhalb von zwei Stunden oder über den ganzen Tag verteilt macht.
Zum anderen muss man Kraft, sowohl in der Bogen- als auch in der Zughand, aufbauen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Man kann seinen eigenen Bogen täglich z.B. 100-mal ziehen. Es gibt auch Trainingsgeräte, die einem helfen, die nötige Kraft zu bekommen.
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