Geräusch- oder Sehnendämpfer
Für einen ruhigen Abschuss sind Sehnendämpfer heutzutage für viele ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausrüstung moderner Bogenschützen. Obwohl es verschiedene Arten von Bögen gibt, soll es hier nur um Dämpfer für Langbogen, Hybridbögen und Recurves gehen.
Im Englischen heißen sie „String Silencer„, frei übersetzt Geräuschdämpfer. Das kommt vor allem aus der Bogenjagd, wo man das Geräusch des Sehnenschlags möglichst reduzieren möchte. Hier verwenden wir aber den Begriff Sehnendämpfer, weil die wenigsten mit traditionellem Equipment auf die Jagd gehen. Eigentlich geht es nicht so sehr um die Geräuschdämpfung, sondern eher um die Dämpfung des gesamten Bogens. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass diese Dämpfer zum einen beim Abschuss des Pfeils die entstehenden Schallwellen reduzieren, zum anderen aber auch die Vibrationen in der Bogensehne und minimieren so das Geräusch des gesamten Bogens.
Für traditionelle Bögen gibt es sehr einfache Dämpfer. Sie sind in der Regel leicht und einfach anzubringen. Dabei gibt es prinzipiell zwei Arten. Solche, die an der Sehne befestigt werden und solche, die an den Wurfarm kommen. Da sie nicht viel kosten, können sie auch jederzeit gewechselt werden.
Den Nutzen eines Dämpfers kann man durch einen einfachen Test sehen. Man zupft die Sehne leicht an und sieht an der Vibration die Wirkung. Eine Sehne ohne Sehnendämpfer schwingt wie eine Gitarrensaite. Eine Sehne mit einem Dämpfer steht relativ schnell. Dabei spielen natürlich das Gewicht und die Beständigkeit und das Verhalten bei Regen eine Rolle.
Die Wahl des Materials für Geräuschdämpfer hängt stark von den individuellen Vorlieben und den spezifischen Anforderungen des Bogenschützen ab. Fell und Wolle bieten eine exzellente Geräuschdämpfung und ein traditionelles Aussehen, erfordern aber mehr Pflege und sind witterungsanfälliger. Gummi hingegen ist wartungsarm und wetterfest, bietet jedoch nicht die gleiche ästhetische Qualität und kann in der Geräuschdämpfung etwas nachhinken.
Wo wird der Dämpfer angebracht?
Wenn ein Pfeil von der Sehne eines Bogens abgeschossen wird, beginnt die Sehne sofort zu schwingen. Diese Schwingungen bestehen nicht nur aus einem einfachen Hin- und Herschwingen, sondern aus mehreren Schwingungsmustern, die man Harmonische nennt.
Erste Harmonische: Dies ist die grundlegende Schwingung der Sehne, bei der sie gleichmäßig über ihre gesamte Länge hin und her pendelt.
Höhere Harmonische: Zusätzlich zur Grundschwingung treten weitere Schwingungen auf, bei denen die Sehne in immer kleinere Abschnitte unterteilt ist, die jeweils unabhängig voneinander schwingen. Bei der zweiten Harmonischen schwingt die Sehne in zwei Abschnitten, bei der dritten Harmonischen in drei Abschnitten, und so weiter bis zur sechsten Harmonischen. Schwingt die Sehne bildet sie Knoten, die sich nicht bewegen (Bild 1).
Man unterteilt nun die Sehne von der Sehnenauflage am Wurfarm in fünf und sechs Teile. Am besten bringt man nun die Sehnendämpfer ausgehend von der Sehnenauflage am Wurfarm zwischen den Knoten der fünften und sechsten Harmonischen (Schwingung) an (Bild 2).
Arten von Sehnendämpfern
Sehnendämpfer aus Fell
Viele Bogenschützen schätzen das traditionelle Aussehen von Felldämpfern. Sie werden auch „Beaver Puffs„ genannt und sollten aus einem Fell sein, das wasserabweisend ist. Oft werden dazu Nutria- oder Biberfell verwendet. Da aber das Fell in der Regel gegerbt ist, ist auch dieser Effekt selten vorhanden. Fell ist relativ leicht und beeinflusst die Flugbahn des Pfeils nur minimal. Fell kann bei Nässe seine Dämpfungseigenschaften verlieren und zudem an Gewicht zunehmen. Es sollte gepflegt werden, um in gutem Zustand zu bleiben, insbesondere wenn es häufig nass wird.
Sehnendämpfer aus Wolle
Wolle hat den Vorteil, dass sie sehr leicht ist. Solche Dämpfer beeinträchtigen die Flugbahn des Pfeils nur wenig. Je nach verwendeter Wolle kann sie sehr wasserabweisend sein, es kann allerdings auch das Gegenteil passieren, dass sich der Dämpfer bei Regen so richtig vollsaugt. Also sollte man sich die Wolle genau ansehen.
Sehnendämpfer aus Gummi
Dämpfer aus Gummifäden sind weniger traditionell. Auch verschleißen sie relativ schnell. Will man immer einen relativ guten Effekt haben, muss man sie wohl oder übel relativ oft wechseln. Wenn man sie anbringt, sollten die Gummifäden nicht zu lange sein. Zu lange Fäden haben dann nicht den gewünschten Effekt. Sie sind aber sehr leicht und haben den Vorteil, dass sie bei Regen nicht nass werden.
Sehnendämpfer aus Fell
Sehnendämpfer aus Wolle
Sehnendämpfer aus Gummifäden
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