Was macht einen guten Parcours aus?

Natürlich steht und fällt die Qualität eines 3-D-Parcours mit den Schüssen, die man dort gestellt hat. Das kann mehr oder weniger kreativ sein. Und das hängt wieder mit dem Gelände zusammen, das man zur Verfügung hat. Nicht überall gibt es tolle Bergauf- und Bergabschüsse, weil einfach das Gelände zu flach ist.

Abgesehen davon gibt es aber noch einige andere Kriterien, an denen man sehen kann, ob sich die Parcoursbetreiber um die Anlage kümmern. Wir haben hier einige zusammengestellt.

Informationen auf der Website

Wer auf einen 3-D-Parcours geht, möchte sich sicher vorher informieren. Auf der Website sollten daher allgemeine Infos und zur aktuellen Situation übersichtlich stehen.

Allgemeine Infos: Preise, Parcoursplan, Öffnungszeiten etc.

Aktuelle Situation: Wird am Parcours umgebaut, gibt es im Wald gerade Holzarbeiten, ist in der Brunft der Parcours zeitweise gesperrt etc.
Anmeldung

Jeder Parcoursbetreiber möchte natürlich auch etwas verdienen, um die Anlage in Schuss zu halten. Wenn es keine Möglichkeit gibt, dass die Tagesgebühr direkt bezahlt werden kann, muss die Anmeldung anders geregelt werden.

Dazu sollte es ein klares Procedere geben. Standard ist in der Zwischenzeit bei vielen Parcours, dass man sich in ein Buch einträgt, und die Gebühr in ein Kuvert steckt und es in einen Safe wirft.

Und noch ein Hinweis: Die Anweisungen sollten einfach sein, denn nicht jeder ist des Lesens kundig oder willig.
Parcoursplan

Da es immer wieder Schützen gibt, die sich ohne Plan auf eine Runde begeben, sollte man solche Pläne in unterschiedlichen Varianten zu Verfügung stellen.

Zum einen sollte der Plan bereits auf der Website zum Download vorhanden sein, zum anderen sollte er bei der Anmeldung aufliegen. Ein guter Tipp ist auch ein QR-Code, mit dem man sich direkt den Plan aufs Handy laden kann.

Damit Klarheit über die einzelnen Schüsse und Abschusspflöcke herrscht, ist es auch ratsam, das am Plan anzugeben.
Einschussanlage

Die Einschussanlage sollte zuerst einmal Schüsse auf weitere Entfernungen ermöglichen. Mindestens 20 Meter sollten es schon sein.

Die Objekte (Dämpfer oder 3-D-Ziele) sollten so sein, dass bei Fehlschüssen die Pfeile nicht im Nirvana oder im Gras verschwinden und dies langes Suchen zur Folge hat.

Auch machen neue, nicht zerfetzte Auflagen immer einen guten Eindruck.
Beschilderung

Ist der Einschießplatz nicht direkt bei der Anmeldung, sollten Schilder dort hinführen. Es ist nichts nerviger, als den Einstieg in den Parcours nicht zu finden.

Am Parcours selbst sind dezente Richtungspfeile am besten. Absperrbänder als Wegweiser sind zwar gut sichtbar, aber passen nicht unbedingt in den Wald. Auch mit Signalfarbe an Bäume und auf den Boden gesprühte Hinweise schauen nicht sehr gut aus.

Ist der Parcours schon länger in Betrieb, sind die Wege ausgetreten. Wer dann noch den Weg sucht, hat offensichtlich keinen Plan und/oder seinen Beitrag noch nicht bezahlt.
Kurze und klare Hinweise

Die Menschen sind lesefaul. Auch wenn es noch so gut gemeint ist, werden lange Texte praktisch nie gelesen. Deshalb ist es ratsam, möglichst wenig Hinweise anzubringen. Und diese sollten dann mit möglichst wenig Text, dafür aber mit Bildern versehen sein.
Nach Regeln aufstellen

Es gibt verschiedene Zielgruppen, die ein Parcoursbetreiber haben kann. Zum einen sind da die gewerblichen Anbieter. Ihre Zielgruppen sind Touristen, Firmen oder sonstige Leute, die das Bogenschießen einmal probieren wollen. Sie leihen sich das Equipment aus und Wettkampfregeln interessieren sie nicht. Der Parcours muss nur schön sein.

Dann gibt es aber Bogenschützen, die an Wettkämpfen teilnehmen wollen. Für diese Schützen ist es wichtig, dass ein Parcours nach den Regeln eines internationalen Verbandes gestellt ist. Hierzulande sind das World Archery (WA) und International Field Archery Association (IFAA). Natürlich ist es auch für weniger geübte Schützen hin und wieder interessant zu sehen, wie bei Meisterschaften geschossen wird. Damit könnte man auch sein eigenes Können etwas besser einschätzen.
Pfeilfänge

Schon aus Sicherheitsgründen sollte hinter jedem Ziel ein Pfeilfang sein. Dieser kann natürlich, also ein Hügel oder ein Hang, sein. Bei Bergabschüssen wäre das der ebene Boden.

Das hat man aber nicht bei allen Zielen. Deshalb ist man als Parcoursbauer wesentlich flexibler, wenn man künstliche Pfeilfänge, sogenannte Backstops, aufstellt. Eine schwarze Tafel schaut aber im Gelände auch nicht so gut aus.

Wer also Wert auf einen schönen Parcours legt, sollte sich hier etwas einfallen lassen. Backstops in Camo oder selbst gemachte mit realistischer Abbildung aus dem Gelände des Parcours sind da schon viel kreativer.
Verpflegungs- und/oder Rastplatz am Parcours

Wenn man mit mehreren Leuten eine Parcoursrunde macht, die einige Stunden dauern kann, ist es oft angenehm, wenn ein Rastplatz vorhanden ist. Werden auch noch Erfrischungen in Form von Getränken und kleinen Snacks angeboten, dann ist der Tag gerettet.
Abwechslung zwischen kurzen und langen Schüssen

Ein Parcours, auf dem die Ziele immer gleich weit entfernt sind, mag für Touristen nett sein. Bogenschützen wollen aber herausgefordert werden.

Der Wechsel zwischen nahen und weiten Schüssen ist so eine Herausforderung. Dieser Wechsel ist deshalb schwierig, weil man sich immer wieder umstellen muss. Nach einem 50-Meter-Schuss plötzlich auf 12 Meter zu schießen, hat schon was.
Wege am Parcours

Ist das Gelände am Parcours steil oder sumpfig, kann es bei nassem Wetter zu unangenehmen Situationen kommen. Zum einen kann man tief einsinken, ist es steil, ist die Gefahr, dass man ausrutscht und einige Meter abstürzt, sehr groß.

Bei einem guten Parcours findet man daher Stege über sumpfiges Gelände. Diese sollten aber rutschfest sein. Rauhes Material oder ein Drahtgitter tun es hier. Wenn es zu steil wird, sollten einfache Treppen, eventuell verstärkt und abgesichert mit Holzbalken, in den Hang geschlagen werden. Alles kann mit einfachen Mitteln gebaut werden.
Ordentliche 3-D-Ziele

Zerschossene, schief stehende oder umgefallene 3-D-Ziele zeugen nicht von großer Parcourspflege. Wer also Wert darauf legt, dass der Parcours den zahlenden Bogenschützen auch gefällt, sollte immer darauf achten, dass das nicht zutrifft.

Auch eine zu große Anzahl von kleinen Zielen hinterlässt eher den Eindruck, dass die Schützen hier abgezockt werden sollen. Wer Geld verlangt, sollte auch etwas Dementsprechendes bieten.
Freie Schussbahn

Je nach Vegetation wachsen im Sommer die Pflanzen recht schnell und verdecken so den Blick auf das Ziel. Deshalb sollte man die Schussbahn immer freischneiden.

Auch wenn des Öfteren die Meinung vorherrscht, dass ein jagdlich gestellter Parcours möglichst viele Hindernisse zwischen Schützen und Ziel haben sollte, ist das alles andere als jagdlich. Jagdlich bedeutet, dass der Schütze in der Deckung ist und das Ziel möglichst frei steht. Auch sind Hindernisse nicht unbedingt fair, weil nicht jeder Bogen die gleiche Flugbahn hat.

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