Kleines Bogen-ABC

Wenn du mit dem Bogenschießen beginnst, stehst du vor einer riesigen Auswahl an Bögen. Vom urzeitlichen Holzbogen bis hin zur hochmodernen Hightech-Maschine ist alles dabei. Damit du den Durchblick behältst, stellen wir dir die fünf bekanntesten Bogenarten kurz und einfach vor.

1. Der Selfbow (Primitivbogen)
Der Selfbow ist die ursprünglichste Form des Bogens – genau so, wie ihn die Menschen in früheren Epochen gebaut haben.

- Das zeichnet ihn aus: Er besteht aus einem einzigen, natürlichen Stück Holz (oft Eibe, Esche oder Robinie) und kommt völlig ohne künstliche Materialien wie Fiberglas, Kleber oder ein modernes Bogenfenster aus.
- Das Schussgefühl: Puristisch, lebendig und geschichtlich faszinierend. Er verzeiht Schießfehler kaum und erfordert viel Gefühl für das Holz.

2. Der Langbogen (Longbow)
Der klassische Langbogen ist legendär, allerdings mit modernsten Maerialien gefertigt. Er ist fast so groß wie der Schütze selbst.

- Das zeichnet ihn aus: Im gespannten Zustand bildet er eine gleichmäßige, sanfte Kurve (D-Shape). Traditionelle Langbögen werden aus mehreren Holzschichten (Laminat) verleimt und sind heute meist mit Fiberglas oder Carbon verstärkt.
- Das Schussgefühl: Sehr fehlerverzeihender als ein Selfbow, ruhiger im Schuss, aber im Vergleich zu moderneren Recurvebögen langsamer.

3. Der Hybridbogen
Der Hybridbogen ist die "Kreuzung" aus zwei Welten: Er verbindet die Eleganz eines Langbogens mit der Dynamik eines Recurvebogens.

Das zeichnet ihn aus: Im ungespannten Zustand biegen sich die Wurfarmenden leicht nach vorne (wie bei einem Recurve). Gespannt sieht er aber fast aus wie ein schlanker Langbogen.
Das Schussgefühl: Er zieht sich weich aus, wirft den Pfeil schnell und schießt sich trotzdem angenehm leise und handschockfrei. Leider gibt es bei den internationale Bogensportverbänden keine offizielle Klasse dafür.

4. Der Recurvebogen
Der Recurve ist der am weitesten verbreitete Bogen im traditionellen Sport und wird auch bei den Olympischen Spielen geschossen (dort allerdings mit Visieren und Stabilisatoren). Es gibt ihn einteilig und dreiteilig, als einfache Holzvariante oder auch als High Tech-Bogen.

- Das zeichnet ihn aus: Die Wurfarmenden sind im ungespannten Zustand deutlich nach vorne gebogen. Dadurch liegt die Sehne im gespannten Zustand an den Wurfarmen an.
- Das Schussgefühl: Durch das Recurve-Design speichert der Bogen extrem viel Energie. Er wirft die Pfeile sehr schnell.

5. Der Compoundbogen
Der Compoundbogen ist das absolute Hightech-Gerät im Bogensport.

- Das zeichnet ihn aus: Er arbeitet mit einem ausgeklügelten System von Rollen, Kabeln und Sehne.
- Das Schussgefühl: Durch die Rollen tritt beim Ausziehen das sogenannte Let-Off (die Zuggewichtsreduktion) ein. Im vollen Auszug hältst du plötzlich nur noch einen kleinen Bruchteil (z.B. 10%) des eigentlichen Zuggewichts. Das macht den Bogen extrem präzise, erfordert aber viel mechanisches Verständnis und wird in der Regel mit einer mechanischen Auslösehilfe (Release) und Visier geschossen.

Bogentypen vlnr:
Englischer Langbogen
Moderner Langbogen
Hybridbogen
Einteiliger Recurve
Dreiteiliger (Take Down) Recurve
High Tech-Recurve
Moderne Compoundbögen

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